Regional Nachrichten

70. Männerwallfahrt – Bischof kritisiert nationalistisches Denken und spricht dabei auch Eichsfelder direkt an

today14. Mai 2026 47

Hintergrund

Bei der diesjährigen Männerwallfahrt zum Klüschen Hagis hat der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr nationalistisches Denken und den Ruf nach „starken Männern“ in der Politik kritisiert. Vor mehreren tausend Pilgern sagte Neymeyr, er setze weder auf politische Ideologien noch auf einzelne Personen, die angeblich alle Probleme lösen könnten. Die Welt werde derzeit von starken Männern geprägt, die vor allem ihre eigenen Interessen verfolgten.

Mit Blick auf die Wahlergebnisse im Eichsfeld zeigte sich der Bischof irritiert. Er könne nicht nachvollziehen, dass mehr als 30 Prozent der Eichsfelder im Jahr 2024 eine Partei gewählt haben, die aus seiner Sicht ein „völkisch-nationalistisches Weltbild“ vertrete. Das sei für ihn unverständlich.

Neymeyr verwies dabei auch auf internationale Entwicklungen. Dass viele katholische Christen in den USA Donald Trump gewählt hätten und die russisch-orthodoxe Kirche hinter Wladimir Putin stehe, stoße bei ihm ebenfalls auf Unverständnis.

Zugleich warnte der Bischof davor, die gesellschaftliche Lage ausschließlich negativ darzustellen. Trotz Problemen etwa bei Infrastruktur, Unterrichtsausfall oder dem Umgang mit straffälligen Migranten lebten die Menschen heute in großem Wohlstand. Die Herausforderungen seien lösbar, so Neymeyr.

Das Motto der diesjährigen Wallfahrt lautete: „In der Hoffnung leben, auch wenn die Welt wankt.“

Die ganze Predigt zum Nachlesen gibt es: HIER  

Veröffentlicht von: Arnold Metz


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