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Grenzmuseum Schifflersgrund bei Asbach-Sickenberg präsentiert Museumsführer für Kinder

today19. Juni 2026 2

Hintergrund

Tilda aus der Klasse 4a der Grundschule Bad Sooden-Allendorf bleibt vor einer alten Gartenhacke stehen. „Die kenne ich!“, sagt sie und zeigt auf das unscheinbare Ausstellungsstück. „Damit hat Ursel Lange aus Asbach versucht, mit ihrer Verwandtschaft im Westen zu sprechen.“

Was zunächst wie ein gewöhnliches Gartengerät aussieht, erzählt eine außergewöhnliche Geschichte aus der Zeit der deutschen Teilung. Denn für die Menschen in den DDR-Grenzdörfern war der Kontakt zu Verwandten auf der anderen Seite der Grenze streng reglementiert. Winken, Rufen oder Gespräche über die Grenze hinweg waren verboten. Manche Familien entwickelten deshalb eigene Zeichen und nutzten Alltagsgegenstände, um miteinander zu kommunizieren.

Dass Tilda die Geschichte von Ursel Lange aus Asbach kennt, ist kein Zufall. Sie gehört zu den knapp 100 Kindern, die in den vergangenen Monaten an der Entwicklung eines neuen Museumsführers für Kinder im Grenzmuseum Schifflersgrund beteiligt waren. Das neue Heft wurde nun am 17. Juni im Rahmen einer öffentlichen Projektfeier offiziell vorgestellt.

Anne Vaupel-Meier vom Grenzmuseum freut sich über das neue Angebot. Die Idee dazu entstand aus einer einfachen Beobachtung: „Unser Grenzmuseum hat so viele spannende Geschichten. Aber nicht alle unsere Inhalte sind für Kinder verständlich. Mit dem neuen Heft können jetzt auch schon die jüngsten Besucher diese Geschichten entdecken“, erklärt die Projektleiterin.

Besonders ist dabei der Entstehungsprozess des Museumsführers. Von Anfang an sollten Kinder nicht nur Zielgruppe, sondern aktive Mitgestalter des Projektes sein. Insgesamt beteiligten sich rund 100 Kinder, darunter Schülerinnen und Schüler der Grundschule Bad Sooden-Allendorf und der Grundschule Meinhard sowie die Junior Ranger des Naturparks Eichsfeld-Hainich-Werratal.

In mehreren Workshops erkundeten die Kinder das Museum, diskutierten über besonders spannende Objekte und Geschichten und gaben Rückmeldungen dazu, welche Texte verständlich sind und welche Themen sie besonders interessieren. So entstand nach und nach ein Angebot, das konsequent aus der Perspektive der Kinder entwickelt wurde. Gefördert wurde das Projekt mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Das Ergebnis ist ein 36-seitiger Museumsführer mit kurzen, leicht verständlichen Texten, zahlreichen Suchaufträgen, Rätseln und Mitmachangeboten. Die liebevolle Gestaltung stammt von der Leipziger Illustratorin Jenny Händel, die ebenfalls mit den Kindern zusammenarbeitete. Gemeinsam entwickelten sie die Figuren Nick und Lotta, die die Kinder künftig durch die Ausstellung begleiten und ihnen helfen, die Geschichte des Grenzmuseums zu entdecken.

Auch die öffentliche Präsentation am 17. Juni stand ganz im Zeichen der Partizipation. Die beteiligten Kinder übernahmen die Moderation der Veranstaltung und führten anschließend durch das Außengelände und die Dauerausstellung. Eltern, Familienangehörige, Projektpartner und interessierte Gäste erhielten dabei die Gelegenheit, den neuen Museumsführer kennenzulernen und das Museum aus der Perspektive der Kinder zu erleben.

Für die Sommerferien hat sich das Grenzmuseum eine weitere Aktion überlegt: Vom 17. Juni bis zum 16. August erhalten alle Kinder bis einschließlich elf Jahre beim Besuch des Museums kostenlos einen Museumsführer für Kinder – solange der Vorrat reicht. „Wir sind eine familienfreundliche Gedenkstätte und freuen uns über viele interessierte große und kleine Besucher“, sagt Anne Vaupel-Meier. Zudem verweist sie auf eine kleine Sonderausstellung im Eingangsgebäude des Grenzmuseums mit vielen Fotos zum Projekt. Auch diese Ausstellung kann bis zum 16. August besichtigt werden.

Das Grenzmuseum ist also bereit für die Ferien. Die Öffnungszeiten sind wie immer täglich von 10.00 bis 17.00 Uhr.

Quelle: PM Grenzmuseum Schifflersgrund

Veröffentlicht von: Arnold Metz


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