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Neugestalteter Besuchsauftakt im Grenzmuseum Schifflersgrund

today13. März 2026 7

Hintergrund

Blick auf die Grenze im Westen – Neugestalteter Besuchsauftakt im Grenzmuseum Schifflersgrund mit eindrucksvoller Inszenierung

Asbach-Sickenberg. Auf welcher Seite der ehemaligen Grenze bin ich eigentlich und wie hat es hier früher ausgesehen? Diese Fragen eröffnen sich Gästen des Grenzmuseums Schifflersgrund direkt beim Eintreffen auf dem Gelände. Der neugestaltete Besuchsauftakt neben dem Parkplatz erleichtert nun die Orientierung. „Er bietet einen inhaltlichen und räumlichen Einstieg, um zu verstehen, wie die innerdeutsche Grenze konkret vor Ort verlief und sich auf das Leben der Menschen in Ost und West auswirkte“, so Dr. Christian Stöber, der Leiter des Grenzmuseums Schifflersgrund. „Das bereits vorhandene Eingangstor auf der Thüringer Seite des Außengeländes wird durch den neugestalteten Bereich aus hessischer Perspektive ergänzt und erweitert.“

Dazu wurde die Fläche vor der sogenannten Hessenhalle aufgewertet. Der vormals eher funktional daherkommende Bereich ist jetzt integraler Teil der Außenpräsentation. Weithin sichtbar ist ein historisches Foto mit einer Größe von rund 25 Quadratmetern auf der Außenfassade abgebildet. Es zeigt den Schifflersgrund zur Mitte der 1980er Jahre. Besucher können den einstigen Aufbau und Verlauf der DDR-Sperranlagen dadurch noch leichter nachvollziehen.

Das daneben platzierte Zitat räumt mit einer weitverbreiteten Legende auf: „Es gibt kein ‚Niemandsland‘. Wer die Markierungen der Demarkationslinie umgeht oder überklettert“, heißt es im Auszug aus einem Informationsblatt der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung aus den 1970er Jahren, „bringt Gesundheit und Leben in Gefahr.“ Dieser Hinweis galt für Bundesbürger, die vor einem Übertreten der im Westen frei zugänglichen Grenze auf das Gebiet der DDR explizit gewarnt wurden.

Vertiefende Informationen über den hessischen Grenzstreifen zur DDR finden sich auf dem neuerrichteten Pult unmittelbar vor der Fassade. In Bildern, Grafiken und Texten wird erläutert, wie sich die Grenze in der Bundesrepublik zu einer touristischen Attraktion im Kalten Krieg entwickelte und auch der Schifflersgrund zu einem beliebten Ausflugsziel wurde. Ebenso werden die unterschiedlichen Auswirkungen der Grenze auf Infrastruktur und Wirtschaft, aber auch Natur und Umwelt thematisiert. Und nicht zuletzt wird die Geschichte und Funktion der Alouette erzählt, die auf einem neuen Gestell in mehr als zwei Meter Höhe präsentiert wird. Der Hubschrauber aus dem Baujahr 1968 wurde in den 1980er Jahren vom Bundesgrenzschutz unter anderem für Kontrollflüge an der innerdeutschen Grenze genutzt, auch im Luftraum zwischen Eichsfeld und Werratal bei Bad Sooden-Allendorf. Bis 2001 gehörte er zur Bundesgrenzschutz-Fliegerstaffel Mitte in Fuldatal bei Kassel. Seit der Übergabe durch den damaligen Bundesinnenminister Otto Schily im Mai 2003 ist er im Grenzmuseum ausgestellt.

Die eindrucksvolle Installation auf der neuen Trägerkonstruktion sorgt dabei nachmittags bei guter Witterung und entsprechendem Sonnenstand für einen zusätzlichen Effekt. Dann legt sich der tatsächliche Schattenwurf der Alouette auf den abgebildeten Hubschrauberschatten im Großbild. „Beides ist inszenatorisch miteinander verknüpft und erklärt sich dadurch auch gegenseitig“, so Stöber. „Dadurch wird der historische Ort verlebendigt und sichtbar gemacht.“

Gefördert wurde das Projekt mit rund 45.000 Euro durch das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat. Umweltstaatssekretär Michael Ruhl hatte den Zuwendungsbescheid für das Grenzmuseum bei einem Ortstermin im Oktober 2025 persönlich überbracht.

Das Grenzmuseum Schifflersgrund mit der 2024 neueröffneten Dauerausstellung und dem neuen Besuchsauftakt kann täglich zwischen 10 Uhr und 17 Uhr besichtigt werden.

Geschrieben von: Arnold Metz


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